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Als einer der führenden Dirigenten zeitgenössischen Musiktheaters prägt Walter Kobéra seit Jahrzehnten das Wiener Musikleben entscheidend. Mit einem besonderen Fokus auf Erst- und Uraufführungen setzt er künstlerische Maßstäbe und erweitert kontinuierlich das Repertoire der Gegenwartsmusik.
1986 gründete er das amadeus ensemble-wien, das sich auf zeitgenössisches Musiktheater spezialisiert hat. Seit 1991 ist er musikalischer Leiter der Neuen Oper Wien, seit 1993 bis 2025 zudem ihr Intendant. Unter seiner Leitung hat sich die Neue Oper Wien als eine bedeutende Kompagnie für modernes Musiktheater etabliert, bekannt für innovative, oft mutige Produktionen. Zahlreiche Uraufführungen und österreichische Erstaufführungen zeugen von seinem Engagement für Neue Musik und außergewöhnliche szenische Konzepte.
Eine künstlerische Zusammenarbeit verbindet ihn mit renommierten Institutionen wie dem KlangBogen Wien, dem OsterKlang Wien, dem MÜPA / Palace of Arts in Budapest, der Stiftung Haydn Bozen und den Bregenzer Festspielen. Die Neue Oper Wien war unter seiner Leitung regelmäßig Gast beim Internationalen Kammeropern-Festival in Zwolle (NL) und an Koproduktionen mit den Wiener Festwochen beteiligt.
Walter Kobéra dirigierte zahlreiche renommierte Orchester, darunter das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich, das ORF Radio-Symphonieorchester Wien, das Bruckner Orchester Linz, das Gürzenich-Orchester Köln, das Rundfunkorchester Budapest, den Wiener Concert-Verein, das Ensemble „die reihe“ sowie das Klangforum Wien. Er leitete Opernproduktionen unter anderem am Theater an der Wien, an der Kölner Oper, der Prager Oper,der Oper in Bratislava, am Teatro dell’Opera di Roma, am Teatro Real Madrid und am Teatro Colón in Buenos Aires.
Zahlreiche Rundfunkaufnahmen und CD-Einspielungen dokumentieren sein künstlerisches Schaffen. Dazu zählen u. a. Brahms’ Ein deutsches Requiem, Verdis Macbeth, Wolfram Wagners Endlich Schluss, Richard Dünsers Radek sowie Iain Bells Liederzyklus A Hidden Place mit Diana Damrau. Seine Interpretationen von Alban Bergs Lulu, Benjamin Brittens Billy Budd und Death in Venice, Helmuth Lachenmanns Das Mädchen mit den Schwefelhölzern, Manfred Trojahns Orest, Bernhard Langs Der Reigen, der ihm gewidmeten Oper PARADISE RELOADED (Lilith) von Péter Eötvös und Fabián Panisellos Le Malentendu und Die Judith von Shimoda wurden von Publikum und Presse gleichermaßen gefeiert.
Ein besonderer Erfolg war zuletzt Stefan Herheims Inszenierung von Gottfried von Einems Der Prozess in der Wiener Kammeroper, wo er die musikalische Leitung übernahm. 2014 gewann Walter Kobéra mit der Produktion Punch and Judy von Birtwistle den ARTE-Publikumspreis sowie den Preis für die beste Produktion beim Armel Opera Festival in Budapest. Für die Produktion Pallas Athene weint von Ernst Krenek erhielt er 2018 den Österreichischen Musiktheaterpreis. Für 2026 ist seine Produktion von Pascal Dusapin’s Passion wiederum für den Österreichischen Musiktheaterpreis nominiert.
Neben seiner dirigentischen Tätigkeit ist Walter Kobéra als Lehrbeauftragter für Moderne Musik an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien tätig und engagiert sich als Jurymitglied bei internationalen Gesangswettbewerben für die Förderung junger Talente.